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Ratgeber · Geld

Mahnung oder Inkasso — was Sie jetzt wissen müssen

Ein Brief, in dem Geld gefordert wird, macht Angst. Aber: Nicht jeder solche Brief ist gleich gefährlich. Entscheidend ist, ob es nur die Mahnung einer Firma ist — oder ein Schreiben vom Gericht. Bei dem einen können Sie in Ruhe prüfen. Beim anderen haben Sie zwei Wochen.

Das Wichtigste in Kürze

Zuerst: Welcher Brief ist es?

🟢 Inkasso-Mahnung

Kommt von einer Firma („… Inkasso GmbH"), normaler Umschlag.

Keine gesetzliche Frist. Die genannte Frist ist selbst gesetzt.

Sie können in Ruhe prüfen und widersprechen. Es passiert nichts sofort.

🔴 Mahnbescheid

Kommt vom Amtsgericht, meist im gelben Umschlag mit Datum der Zustellung.

2 Wochen Widerspruchsfrist. Gesetzlich, unverrückbar.

Verstreicht sie, kann ein Titel entstehen, der 30 Jahre gilt.

Wenn es ein Mahnbescheid ist: Dem Brief liegt ein Formular bei. Kreuzen Sie „Ich widerspreche dem Anspruch insgesamt" an, unterschreiben Sie und schicken Sie es innerhalb von zwei Wochen ans Gericht zurück. Das kostet Sie nichts, Sie müssen nichts begründen — und es verhindert den Titel. Sie können sich danach immer noch kümmern.

Die Forderung prüfen — fünf Fragen

  1. Kenne ich den Gläubiger? Oft steht das Inkassobüro drauf, nicht die ursprüngliche Firma. Wer will hier eigentlich Geld?
  2. Gibt es diesen Vertrag wirklich? Untergeschobene Abos und „Gewinnspiel-Verträge" sind ein häufiges Muster.
  3. Habe ich vielleicht schon gezahlt? Kontoauszüge prüfen.
  4. Ist die Forderung verjährt? Normalerweise nach 3 Jahren zum Jahresende. Eine Forderung aus 2021 ist seit dem 31.12.2024 verjährt — Sie müssen dann nicht mehr zahlen, müssen sich aber darauf berufen.
  5. Stimmen die Nebenkosten? Inkassogebühren und Zinsen sind gesetzlich begrenzt. Fantasiebeträge müssen Sie nicht hinnehmen.

Die häufigste Falle: „Nur eine kleine Rate"

Inkassobüros bieten gern Ratenzahlung an, auch bei zweifelhaften Forderungen. Klingt entgegenkommend — ist aber gefährlich: Wer eine Rate zahlt oder eine Ratenvereinbarung unterschreibt, erkennt die Forderung damit in der Regel an. Die Folge: Die Verjährung beginnt von vorn, und Einwände sind später kaum noch möglich.

Erst prüfen, dann zahlen — nie umgekehrt.

Musterbrief: Forderung bestreiten

Max Mustermann Musterstraße 12 67722 Winnweiler [Inkassobüro und Anschrift] Ort, Datum Ihr Aktenzeichen: [Nummer] Betreff: Ihre Forderung vom [Datum] Sehr geehrte Damen und Herren, der von Ihnen geltend gemachten Forderung widerspreche ich hiermit in vollem Umfang. Ich fordere Sie auf, mir Folgendes nachzuweisen: 1. den ursprünglichen Gläubiger und den Rechtsgrund der Forderung, 2. den zugrunde liegenden Vertrag in Kopie, 3. eine nachvollziehbare Aufstellung der Hauptforderung sowie aller Zinsen und Gebühren, 4. Ihre Inkassovollmacht. Bis zum Nachweis leiste ich keine Zahlung. Eine Zahlung oder Ratenvereinbarung stellt ausdrücklich kein Anerkenntnis dar. [Falls zutreffend:] Ergänzend berufe ich mich auf die Einrede der Verjährung. Mit freundlichen Grüßen [Unterschrift] Max Mustermann

Wo bekomme ich Hilfe?

⚖️ Dieser Ratgeber erklärt allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei einem gerichtlichen Mahnbescheid und bei hohen Beträgen sollten Sie schnell fachlichen Rat einholen — die Fristen sind kurz und laufen unabhängig davon, ob die Forderung berechtigt ist.

Brief nicht verstanden? Foto genügt

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